oder meine beste Freundin Hamlet
»Was man braucht ist Zukunft und nicht die Ewigkeit des Augenblicks. Man muss die Toten ausgraben, wieder und wieder, denn nur aus ihnen kann man Zukunft beziehen.« Heiner Müller
Franz Richard Behrens - Dichter, Soldat, Drehbuchautor, Jazz-, Kino- und Fußballjournalist. 1895 geboren in Brachwitz bei Halle Saale. Bereits als junger Mann schrieb er sich in die vorderste Avantgarde der modernen Lyrik. Der Redakteur der Expressionisten-Zeitschrift „Der Sturm“ war vier Jahre im Ersten Weltkrieg Soldat. Danach führte er in Berlin ein Leben als Künstler-Bohemien. Der „Expressionist Artillerist“ schrieb in der großen Ära des Stummfilms der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts zahlreiche Drehbücher. Sein berühmtester Coup war der Film „Hamlet“ mit der dänischen Schauspielerin Asta Nielsen in der Hauptrolle. Der Film wird heute als einer der ersten feministischen Kinofilme gesehen. Behrens entwickelte das Drehbuch nicht anhand Shakespeares Drama, sondern ging in freier Autorschaft auf einen norwegischen Mythos zurück, wonach Hamlet eine Frau gewesen sei. Ab 1933 verschwindet die Spur Franz Richards, es gibt kaum Dokumente. In der Nachkriegszeit arbeitet er als Journalist. 1961 wird er von der Berliner Mauer eingeschlossen. Verarmt und fast erblindet stirbt Behrens 1977 in der DDR, in Berlin im Prenzlauer Berg - beinahe vergessen. Wäre da nicht der Dichter Gerhard Rühm 1976 in Ostberlin aufgetaucht...
Behrens inspiriert. Wir lassen uns inspirieren - von seiner Kunst, von seinen Lebensspuren. Wir stürzen uns in seine Textmaschinen und bahnen uns einen Weg aus Schauspiel, Sound, Musik, freien Lyrik-Performances, Szenen aus seinem Leben und selbst komponierten Songs - eine Theater- und Musikperformance.
Schauspiel, Musik, Sound, Performance: Astrid Kohlhoff
Komposition, Musik, Sound, Performance: Alexander Ernst
Regie, Konzept, Bühne, Kostüme: Silvio Beck
Dramaturgische Beratung: Andreas Sauter
Fotografie: Hannah Löwenau
WUK THEATER QUARTIER
Premiere:
Fr., 7.11.25, 20.30 Uhr
Weitere Vorstellungen:
Sa., 8.11.25, 20.30 Uhr, So., 9.11.25, 18 Uhr
Do., 20.11.25 und am Fr.21.11.25, jeweils 20.30 Uhr
Und für 2026:
Fr. 13.2.2026, 14.2.2026 jeweils 20.30 Uhr, 15.2.26, 18 Uhr
Karten unter: https://www.wuk-theater.de/programm/karten/
THEATER UNTERM DACH BERLIN
Do. 18.12., Fr. 19.12., Sa. 20.12.2025, jeweils 20 Uhr
Reservierungen unter: https://theateruntermdach-berlin.de/spielplan/
Presse
„Silvio Beck, von dem das Konzept von dem inspirierenden Theaterabend stammt, hat auch Regie geführt. Astrid Kohlhoff und Alexander Ernst agieren auf der Bühne, was das Zeug hält: ´Expressionist Artillerist oder meine beste Freundin Hamlet´ ist eine fabelhafte Collage aus Rezitation, Schauspiel und Live-Musik.“
Andreas Montag, Mitteldeutsche Zeitung
„In deren Rolle, der Prinzessin Hamlet, schlüpft die Frau, die den Abend darstellerisch fast im Alleingang bewältigt. Astrid Kohlhoff, die hier nicht nur expressionistische Lyrik rezitiert, sondern auch für die Lebenswege erklärenden Texte sorgt, sehr gekonnt Saxofon spielt und ihr Talent als Stummfilm-Aktrice unter Beweis stellen darf.“
Wolfgang Schilling, MDR-Kultur
„Mit allerlei, was Tasten hat und sich perkussiv bearbeiten lässt, rollt Alexander Ernst den Soundteppich des Abends aus und ist als Live-Performer auch noch mit Akkordeon, Posaune und E-Gitarre unterwegs. Da er offenbar auch gerne singt, erlebt dabei auch der eine oder andere expressionistische Popsong seine Uraufführung. Hätte dem umtriebigen Franz Richard Behrens wahrscheinlich gut gefallen.“ tagesschau.de
Eine Produktion von Theater AGGREGATE
Partner: WUK Theater Quartier Halle und Theater unterm Dach Berlin
Wir danken unseren Förderern: Land Sachsen-Anhalt, Lotto Sachsen-Anhalt und der Stadt Halle

