Aggregate

…gründeten sich 2016, leben und arbeiten in Halle an der Saale, Berlin  und anderswo und bestehen im Kernteam aus der Schauspielerin Astrid Kohlhoff und dem bildenden Künstler, Bühnenbildner und Regisseur Silvio Beck.

Kooperationspartner sind derzeit der Regisseur, Autor und Musiker Christian Fries/ensemble neubau, der Schauspieler und Regisseur Stefan Ebeling/TheaterschaffT Leipzig, das LOFFT-DAS THEATER Leipzig, das Theater im Pumpenhaus Münster und die Akademie der Künste Sachsen-Anhalt.

Projekte

TALK ABOUT LOVE

oder
die beinahe unlösbaren Widersprüche
der Liebe und des Kapitalismus

Eine Spielerin, ein Spieler.
Eine Frau, ein Mann.
Eine Bühne für Zwei.
Sie konkurrieren im Erzählen der besten Liebeskatastrophe.
Sie ziehen sich gegenseitig in den aktuellen „Krieg der Geschlechter“ (Eva Illouz).
Sie befragen die kulturellen Codes der Liebe und ihre eigenen Lebensstrategien,
stürzen aufeinander zu und weichen aus.
Ist es Nacht oder früher Morgen?
In welchem Verhältnis stehen die beiden zueinander?
Benutzen sie das Spiel, um sich auf Abstand zu halten?
Dauer, Geborgenheit, Liebe?
In Zeiten des Kapitalismus?

Schauspiel/Performance: Astrid Kohlhoff & Stefan Ebeling
Regie: Silvio Beck
Premiere Februar 2019
weitere Infos demnächst

Wunschmaschinen

Performer der Krise

Eine Spielerin und zwei Spieler bauen mit fast nichts ein Energiefeld auf, in dem sie ihre aktuelle Lebenssituation befragen. Sie entdecken sich als Performer tief verinnerlichter Marktgesetze: sei dein eigenes Unternehmen, sei kreativ, sei eine Ressource! Sie hängen in einer sozialen Situation fest, welche Konflikte des Marktes in die Innen-Perspektiven des Du-kannst-es-schaffen-wenn-Du-nur-willst outsourct. Doch ihre anarchische Wunschenergie, welche sich mit der ganzen Welt verbinden will, hier und jetzt, lässt sie heiß laufen, stocken, erinnern und nach neuen Gefügen suchen. Ob allein, zu zweit oder zu dritt, mit vollem Körpereinsatz oder aus fast bewegungsloser Stille: sie werden Revolte in sich selbst.
Aggregate und Gäste laden zu einem persönlichen und zugleich diskursiven Theaterabend ein, dessen Impuls von dem französischen Philosophen Gilles Deleuze ausgeht: Wunschmaschinen.

Fotos: René Schäffer

Schauspiel: Astrid Kohlhoff; Jörg Petzold; Jan Uplegger
Regie: Silvio Beck
Choreografie: Ellen Brix
Regie-Assistenz: Silvia Witte
Technik: Sven Suppan

Der 90-minütige Abend für eine Schauspielerin und zwei Schauspieler lädt ein zum Flug in deren wie den eigenen Kosmos. Spannend, rührend, komisch und auch mal bitterböse geht es bei der Gruppe Aggregate zur Sache: das gute Leben als Wunschprogramm.
Wovon hat man in Kindertagen geträumt, wie viel ist davon erhalten geblieben in den Abtötungsprozessen der Alltagsroutine? Welcher Anspruch hat über die Jahre Bestand, wie wurstelt man sich notgedrungen durch und wird am Ende depressiv dabei?
In der Regie von Silvio Beck erzählen und spielen Astrid Kohlhoff, Jörg Petzold und Jan Uplegger persönliche Geschichten von gesellschaftlicher Tragweite. Und sie tun es alle drei hervorragend. Hier wird also kein Drama im herkömmlichen Sinne einer konfliktbeladenen Handlung mit gutem oder wahlweise tragischem Ende aufgeführt. Vielmehr geht es um einen immer wieder unterbrochenen und oft aus Angst vor Konsequenzen verweigerten Diskurs über Chancen und Risiken, Aufbrüche und Zwänge – Zweifel an der Richtigkeit der eigenen Position inklusive.
Das Ganze ist mit Fantasie und Witz angerichtet, man fühlt sich keinen Augenblick lang als ermatteter Zeuge verkopften Turnens mit entsprechender Absturzgefahr. Imaginierte Kindheitsbilder ziehen auf und werden in der Vorstellung des Zuschauers zu belebten Kulissen, in denen er sich auch selbst begegnen kann. Die Lieblingsband von einst macht die Musik dazu und der Glanz der Klassenschönheit, die man erfolglos begehrt hat, scheint noch einmal auf.
Um Nostalgie geht es dabei nicht, immer spiegelt dieses Spiel das fragile Ich gedankenscharf an der Realität des real existierenden Kapitalismus. Nicht nur, wenn Astrid Kohlhoff ihre prekäre Lage als freie Schauspielerin mit einem Streik gegen ihre Arbeitgeberin, also sich selbst, persifliert und auf die Spitze treibt, ist man bei „Wunschmaschinen“ auf der Höhe der Zeit.
Andreas Montag, Mitteldeutsche Zeitung

Spielort: Studio Halle, Waisenhausring 8-9, 06108 Halle (Saale)
24., 25., 26., 27., 30., 31. Mai und 01., 02. Juni 2018 / 20.00 Uhr
Karten an der Abendkasse; Vorverkauf: Online-Ticketshop Kulturfalter; Theater, Oper und Orchester GmbH Halle; alle VVK-Stellen
Förderer: Land Sachsen-Anhalt; Stadt Halle; Lotto Sachsen-Anhalt

Proust 3 / 267-435

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

„Dissen“, das Wort, ist neu. Die Sache alt. Das Jahrhundertwerk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ des Franzosen Marcel Proust ist voll von hellsichtigen Beschreibungen dieses Vorgangs. Das Projekt stellt den Gesellschaftsanalytiker Proust in den Mittelpunkt. Wie behaupten Menschen ihren Status? Welche Rolle spielen Beruf, Ethnie, Religions- und Geschlechterzugehörigkeit, sexuelle Präferenz im Kampf um die soziale Existenz! Prousts klatsch- (und comic-) verdächtigen Schilderungen aus den Salons der Pariser Gesellschaft um 1900, seine Schilderung der Beziehung zwischen einem jungen Bürgerlichen und dem Adligen Charlus, der seine homosexuellen Wünsche nur in zornig-zärtlichen Herrschaftsansprüchen zu äußern vermag, sowie Prousts für damalige Zeit ungewöhnlich offene Diskussion schwuler Lebensformen in „Sodom und Gomorrha“ werden zum Gegenstand einer experimentellen Theaterarbeit.
Fotos: René Schäffer

Schauspiel: Astrid Kohlhoff, Verena Noll, Stefan Ebeling, David Fischer / Regie, Musik: Christian Fries / Bühne, Kostüme, Live-Kamera: Silvio Beck

Das vierköpfige Ensemble… zieht über jeden her, der gerade nicht in Hörweite ist. Die Herren üben sich in nationaler Gesinnung, während die Damen sich durch die Hautevolee lästern. Chorisches Sprechen, sich verselbstständigende Gliedmaßen… sorgen für Komik und machen den ironischen Ton der literarischen Vorlage für das Publikum sinnlich erlebbar… eine ebenso gelungene wie kurzweilige Milieustudie.
Westfälische Nachrichten Münster

zurückliegende Veranstaltungen:

Premiere war am 26. Januar 2018, 20 Uhr im LOFFT-DAS THEATER Leipzig, weitere Vorstellungen im LOFFT fanden am 27. und am 28. Januar 2018 statt www.lofft.de

im Theater im Pumpenhaus Münster am 28. Februar und am 2. und 3. März, am 11. und 12. Mai 2018  www.pumpenhaus.de

und im THEATERDISCOUNTER Berlin am 24., 25. und 26. Oktober 2018, jeweils 20 Uhr
www.theaterdiscounter.de

Eine Produktion von neubau + AGGREGATE in Kooperation mit TheaterschaffT Leipzig, dem Theater im Pumpenhaus Münster und dem LOFFT-DAS THEATER Leipzig

www.christianfries.info

www.theaterschafft.de

Gefördert durch: Kulturamt der Stadt Münster, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Stadt Leipzig

 

Termine

TALK ABOUT LOVE

oder
die beinahe unlösbaren Widersprüche
der Liebe und des Kapitalismus

Premiere Februar 2019
weitere Infos demnächst

 

Kontakt

info@theater-aggregate.de
silviobeck@gmx.de